Mein methodisches Vorgehen basiert auf einem erfahrungsorientierten Lernprozess: Die Teilnehmenden setzen sich aktiv mit ihrer eigenen Bewegung auseinander, reflektieren Bewegungserfahrungen und erproben gezielte Handlungsmöglichkeiten im pflegerischen Kontext.
Die sechs Grundkonzepte der KinÀsthetik bieten unterschiedliche Perspektiven auf Bewegung und ermöglichen eine systematische Reflexion des Pflegehandelns:
- Interaktion: Beziehung, NĂ€he und Kommunikation in Bewegung gestalten
- Funktionale Anatomie: Körperstrukturen gesund nutzen â fĂŒr beide Beteiligten
- Menschliche Bewegung: BewegungsqualitÀt gestalten, Variationen erkennen
- Anstrengung: Ăkonomisches Handeln â weniger Kraft, mehr Wirkung
- Menschliche Funktion: AlltĂ€gliche AktivitĂ€ten gesundheitsfördernd unterstĂŒtzen
- Umgebung: SelbststÀndigkeit fördern durch Umgebungsgestaltung
Zu jedem Konzept fĂŒhre ich Teilnehmer durch drei Erfahrungen:
Einzelerfahrung â Lernen durch eigenes Erleben
PflegekrĂ€fte erfahren am eigenen Körper, wie Bewegung wirkt. Sie erkennen Unterschiede, testen Varianten und entwickeln ein neues Bewusstsein fĂŒr Bewegungsprozesse â die Grundlage fĂŒr nachhaltige VerĂ€nderung im Pflegehandeln.
Partnererfahrung â Bewegung in Interaktion erleben
In der Zusammenarbeit mit einer anderen Person wird deutlich:
- Wie wirkt meine Bewegung auf den anderen?
- Was verÀndert sich in meinem eigenen Verhalten durch die Interaktion?
Diese Erfahrungen stĂ€rken das VerstĂ€ndnis fĂŒr BewegungsunterstĂŒtzung â und verbessern die Kommunikation im Pflegeprozess.
Anwendungserfahrung â Lernen im Berufsalltag verankern
Die KinĂ€sthetik geht ĂŒber das reine Erleben hinaus. In der Anwendungserfahrung bearbeiten PflegekrĂ€fte gezielt:
- konkrete Fragestellungen aus ihrem Arbeitsalltag
- Transfers, Lagerungen, BewegungsunterstĂŒtzung im Dienstkontext
- Situationen mit hohen körperlichen oder kommunikativen Anforderungen
PflegekrĂ€fte planen ihren eigenverantwortlichen Lernprozess im Alltag â z.âŻB. durch Selbstreflexion, kollegialen Austausch oder gezielte Ăbungen im Dienst.
Ergebnis: Wissen wird zur Kompetenz. Bewegung wird zur Ressource.
